Jochen Metz

Das Leben ist wie eine Fahrt mit einem Mahindra...
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Jochen Metz

Herzlich willkommen auf der Website von Jochen!

Dies ist der Relaunch meiner in die Jahre gekommenen Website.

Auf dieser ersten Seite erfahren Sie mehr über die „fahrende Rüttelplatte“, den indischen Jeep, mit dem wir in unserer Freizeit viel Spaß haben. Auf den folgenden Seiten stelllen wir kurz unser geliebtes Urlaubsziel, Villnöß und unter anderem eine Region ganz im Osten von Russland vor. Die Inhalte sind noch im Aufbau, weshalb sich Blindtexte leider noch nicht vermeiden lassen. Aber man kann schon sehen: Der Metz mag grelle Farben.

Seit nahezu vierzehn Jahren fahre ich nun einen Mahindra CJ340. Man nennt ihn auch "Fahrende Rüttelplatte". Der Anlass, zu einem außergewöhnlichen Auto eine Website zu erstellen, hat mich mehr gereizt, als selbiges zu meiner eigenen Person zu tun. Trotzdem soll diese Site nicht nur über dieses Fahrzeug berichten. Auf dieser Seite und zwei weiteren und sukzessive in einzelnen Beiträgen im Slider will ich den Mahi als einen Teil meiner Interessen näher vorstellen.

Schon während meiner Jugend hat mich die rustikale Erscheinung des Mahindra fasziniert. "Das Leben ist wie eine Fahrt..." bedeutet: Man darf kein Weichei sein, wenn man damit unterwegs ist.

Jochen Metz mit Mahindra im Weinberg

Mahindra CJ340 - Daten und Fakten

Leistung bei 2112 ccm Hubraum: 64 PS (47 kw) bei 4500 U/min

Tempo: V/max. = 101 km/h

Verbrauch:

Diesel Landstraße = 8,0 L/100 km

Stadt = 10,0 L/100 km

Autobahn(Vmax) = 9,0 L/100 km

Bereifung:

Vorn 31x10,50 R15 auf Selbo Stahlfelgen der Größe 7x15

Hinten 31x10,50 R15 auf Selbo Stahlfelgen der Größe 7x15

Einige Details am Bombay-Jeep wurden durch den Vorbesitzer geändert, entsprechen jedoch nicht so sehr meinen Vorstellungen von gelungener Technik und Ästhetik. So ist beispielsweise die vordere Stoßstange direkt an den Rahmen "thermisch gefügt".Die hintere Stoßstange macht den Mahindra zu schmal.

Generell halte ich zu viele silberne Accessoires an den "Rüttelplatten" für kitschig. Dieses Detail ist jedoch im vorliegenden Falle leider jetzt nur noch mit sehr viel Aufwand zu ändern.

In Indien produziert - in Griechenland montiert

Mahindra CJ MotorEs gibt viele Rätsel und Mythen um den Mahindra. Manchmal rätseln Besitzer, wo denn ihr Exemplar nun gebaut wurde. Die Antwort ist nicht immer einfach, zumal es mehrere Wege gab, bis so ein Fahrzeug endgültig aus seinen vier Rädern stand. Die wohl meisten Exemplare wurden in Indien endmontiert. Viele, darunter auch mein Mahindra, sind in Europa endmontiert, manche sogar zwei mal, wie wir später noch sehen werden. Denn deren Weg führte in Einzelteilen von Indien nach Griechenland, wo sie ihre Endmontage erlebten. Manche standen jedoch nach der Endmontage ebendort aus noch ungeklärten Gründen derart lange in der Sonne, dass der ohnehin nicht gerade beste Lack vom Rost unterwandert wurde.

Hier kommt nun der Name Werdau ins Spiel: Ein Ort im Osten Deutschlands, in dem man sich der Kur der geschundenen Oberflächen annahm und hierzu die Fahrzeuge zumindest teilweise wieder zerlegte. Und weil man Nägel mit Köpfen machen wollte, hat man die sandgestrahlten Karosserien gleich verzinkt, ohne dem Zink die notwendige Pause zur Reaktion zu geben.

Ergebnis: Der Lack löste sich und in Folge stand eine Neulackierung an. Das gilt nicht für alle in Griechenland montierten Fahrzeuge.

So manches dort montierte Exemplar hatte Glück und gelangte schon nach kurzer Zeit in eine kühlere Klimazone und der Lack hat sich über die Jahre gut gehalten.

In Werdau instandgetzte Neufahrzeuge erkennt man auch an der Kette, die den Ausstieg nach hinten zusätzlich sichern musste.

Seltsame Details

Voderachse, muss regelmäßig geschmiert werden.Es gibt schon seltsame Dinge an den Mahindra CJ-Modellen. Und auch erfahrene Besitzer erleben immer wieder Überraschungen. Da wäre zum einen der unterschiedliche Sturz der beiden Vorderräder. Was manche als die Folgen eines Unfalls interpretieren könnten, ist ganz einfach Serie, und man kann nur Vermutungen anstellen, wie solch eine Gegebenheit zustande kam. Meine Vermutung: Die Werkzeuge bei der Produktion waren verdengelt.

Genau so seltsam mutet einen an, dass nahezu alle Mahis mit LHD eine Schlagseite nach links haben, während die Exemplare in England nach rechts hängen.

Die seit 1990 obligatorische Leuchtweitenregulierung ist schlichtweg serienmäßig an der falschen Stelle eingebaut. Mann kann froh sein, dass die Hydraulik-Konstruktion nach mehr als 20 Jahren nachzu immer den Dienst versagt und so vor "Missverständnissen" bei der Hauptuntersuchung bewahrt.

Große Verwandtschaft

Gar groß ist die Verwandtschaft, die der Mahi nachweisen kann, sei es zu Fahrzeugen mit dem Namen Jeep, Hotchkiss oder auch Kaiser und wie sie alle heißen mögen. Auch die technischen Einzelteile wurden in vielen Fahrzeugen verbaut. Etwa die Dana 44 Achsen. Oder der in Lizenz gebaute Motor von Peugeot, der ebendort im Modell 504, bei Ford im Granada MK1, aber auch beispielsweise im Wolga und auch im marinen Bereich bei vielen Booten zum Einsatz kam und immer noch zum Einsatz kommt.

Zur Gebrauchsfähigkeit

Prinzipiell ist der CJ340 ein für den normalen Alltagsgebrauch eher weniger geeigntes Fahrzeug. Das Verdeck bietet wenig bis gar keinen Komfort. Das Fahrwerk ebenso. Die Heizung wird den Anforderungen des Alltags kaum gerecht. Das spaltet die Philosophien der Nutzer. Viele trotzen der Nutzlosigkeit und fahren bei Wind und Wetter, teilweise bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt mit einem von einer Plane geformten Innenraum 365 Tage im Jahr. Manch anderer nimmmt den CJ einfach nicht ernst und bewegt ihn ausschließlich bei schönem Wetter. Dazu gehören auch wir. Unser Mahi hat München noch nie von innen gesehen. Er steht etwa 35 km östlich von München in einer Garage und wird an- und abgemeldet, wenn das Wetter passt und wir Zeit haben.

Zur Aussstattung

Der CJ340 und die Ausgabe mit verlängertem Radstand, der CJ540, haben keine nennenswerten Extras. Elektronik sucht man vergebens. So ist es denn auch kein Wunder, dass weder ABS, noch irgendwelche Airbags oder gar ein elektronisches Motormanagement zu finden sind. Immerhin beruht ja ja auch die ganze Konstuktion auf einem mehr als 50 Jahre alten Modell des Jeep, dem Modell CJ3B.

Die Produktion

Mahindra ist ein Autohersteller, der in Indien beheimatet ist. Dort wurden die Komponenten der Mahindras gefertigt. Meist geschah dort auch der komplette Zusammenbau. Einige Exemplare jedoch wurden nicht bis zum Ende gefertigt, sondern nur Komponenten, wie etwa Achsen, Motoren und Getriebe. Diese gelangten in Holzkisten verpackt nach Griechenland, wo der endgültige Zusammenbau geschah. Solch ein Fahrzeug ist auch unser CJ.

Die Fertigungsqualität

Cockpit im Mahindra CJ.Die Verarbeitung ist vergleichsweise schlecht. Rostkonservierung in Hohlräumen und an Falzen scheint es nicht zu geben. Das Blechqualität ist stark schwankend und der Mahi hat glücklicherweise keine festen Türen. Der Lack an unserem Exemplar hat an einigen Stellen keine gute Qualität und sieht zum Glück aus dem Dampfstrahler kein Wasser. An den beschriebenen Stellen sieht der Lack aus, als sei der Untergrund nicht ausreichend gereinigt gewesen, oder angerostetes oder nur nachlässig gereinigtes Blech grundiert und lackiert worden. Dies macht sich durch kleine Pocken im Lack bemerkbar, die irgendwann von Feuchtigkeit unterwandert werden könnten. Aber davon sind wir noch weit entfernt.

Die Verbreitung

Weniger als 1.000 Exemplare gibt es von den Typen CJ340 und CJ540 in Deutschland. Die Produktion endete im Jahr 2001 mit den CL-Modellen, die der etwas schadstoffärmere Motor aus dem Peugeot 205 antrieb. Meist als Pkw zugelassen, kosten Mahindras der CJ-Serie etwa 600.- Euro Steuer im Jahr. Einige Exemplare jedoch genießen die Zulassung als Zugmaschine, Selbstfahrende Arbeitsmaschine oder gar als LKW. In Umweltzonen darf mit hoher Wahrscheinlichkeit heute (noch) keines dieser Exemplare. Zur Umrüstung auf Partikelfilter und Co. ist die Konstruktion zu alt. Aber was will man auch mit einem solchen Auto beispielsweise in München? Ohnehin macht der Mahi am meisten Spaß, wenn er im Gelände gefahren wird. Und dort trifft man ihn auch immer wieder an. Sei es im Offroad-Park Langenaltheim oder sei es bei einem der Festivals in Ungarn.

Die Preise

Neue CJ oder CL Fahrzeuge gibt es schon seit mehr als 15 Jahren nicht mehr. Gebrauchte Farhzeuge gibt es in jedem Erhaltungszustand, aber nur gelegentlich. Der Einstieg ist erschwinglich. Schon für etwa 3.000.- Euro bekommt man fahrbereite Exemplare, an denen jedoch meist einige Arbeiten zu erledigen sind, die weitere finanzielle Mittel erfordern. Hauptsächlich Rost ist das Problem.

Am besten fährt man mit unverbastelten Exemplaren, die meist sogar noch weniger als 50.000 km auf der Uhr haben und mit ein wenig Glück sogar rostfrei sind. Hierfür sollte man jedoch schon bereit sein, 6.000 bis 7.000 Euro auszugeben.

Der Fahrspaß

Nicht auf der Autobahn, sondern im Gelände oder auf ungeteerten Wegen findet man das richtige Terrain für den indischen Geländewagen. Wer den Motor startet, kann schon süchtig werden, nach den Virbrationen, die die rustikale Konstruktion produziert. Wenn man dann noch Freude am Durchgeschütteltwerden hat, wird die Fahrt zum Erlebnis.

Das Fazit

Das Auto ist die erste Wahl für Menschen, die es gerne hart mögen und den urwüchsigen Charme einer Konstruktion aus den 50ern lieben. Dafür sollte man die Alltagstauglichkeit schlichtweg über Bord werfen und den CJ als das betrachten, was er ist: Ein Spielzeug für Mußestunden, für Geländewagen-Fans oder das geeignete Wetter.